CDU in Plön startet Initiative „Rettet unsere Inseln im Großen Plöner See“
Petition an den Landtag und Offener Brief an die Landesregierung
Die CDU in Plön startet die Initiative „Rettet unsere Inseln im Großen Plöner See“. Anlass ist die zunehmende Besiedlung mehrerer Inseln durch Kormorane und die damit verbundenen massiven Veränderungen von Baumbestand und Vegetation. Parallel zu einem Offenen Brief an die Landesregierung wurde eine Petition beim Schleswig-Holsteinischen Landtag gestartet.
Besonders deutlich sind die Folgen bereits auf der Insel Sterin zu sehen. Große Teile des früheren Baumbestandes sind abgestorben, die Vegetation ist erheblich geschädigt. Große Sorge bereitet inzwischen auch die Entwicklung auf der benachbarten Hankenburg. Dort hat die stärkere Besiedlung erst im April und Mai dieses Jahres begonnen. Innerhalb weniger Monate hat sich der Zustand der Insel jedoch erheblich verschlechtert.
„Die Entwicklung auf der Hankenburg zeigt, dass wir keine Zeit mehr verlieren dürfen. Innerhalb weniger Monate sind dort Schäden entstanden, für die es auf Sterin Jahre gebraucht hat. Deshalb brauchen wir neben einer langfristigen Lösung auch kurzfristige Akutmaßnahmen“, erklärt André Jagusch, Vorsitzender der CDU in Plön. „Kommunalpolitisch können wir darüber leider nicht selbst entscheiden. Die Inseln gehören dem Land, und auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für Vergrämungsmaßnahmen werden auf Landesebene festgelegt. Deshalb wenden wir uns ganz bewusst an Landesregierung und Landtag.“
In einem Offenen Brief an Ministerpräsident Daniel Günther, Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg und Umweltminister Tobias Goldschmidt fordert die Plöner CDU unter anderem ein inselübergreifendes Schutzkonzept, kurzfristige Maßnahmen für die Hankenburg und eine Anpassung der Kormoranverordnung. Die drei Regierungsmitglieder wurden zugleich nach Plön eingeladen, um sich vor Ort ein eigenes Bild von der Situation zu machen.
Auch mögliche Auswirkungen auf andere Tierarten sollen dabei betrachtet werden. So wurde der Seeadler früher regelmäßig auf der Hankenburg beobachtet. Inzwischen scheint er die Insel kaum noch zu nutzen. Ob ein Zusammenhang mit der massiven Kormoranbesiedlung besteht, soll aus Sicht der Initiative fachlich untersucht werden.
„Es geht uns ausdrücklich nicht darum, den Kormoran aus dem Großen Plöner See zu verdrängen“, betont Thure Koll, stellv. CDU-Ortsvorsitzender. „Aber Naturschutz darf nicht nur eine einzelne Art betrachten. Wenn durch die starke Konzentration von Kormoranen ganze Insellebensräume zerstört werden und möglicherweise andere Arten ihren Lebensraum verlieren, muss eine Abwägung möglich sein. Unser Ziel ist es, die Vielfalt der Inseln und ihrer Lebensräume dauerhaft zu erhalten.“
Neben Sterin und Hankenburg richtet sich der Blick inzwischen auch auf die Olsborg. Dort gibt es erste Sichtungen von Kormoranen. Eine größere Brutkolonie besteht bislang nicht. Aus Sicht der Initiatoren muss deshalb gerade dort frühzeitig gehandelt werden. Die Olsborg ist nicht nur ökologisch wertvoll, sondern besitzt auch eine besondere historische und archäologische Bedeutung für Plön.
„Bei der Olsborg haben wir noch die Chance, eine Entwicklung wie auf Sterin und Hankenburg zu verhindern“, sagt Gernot Melzer, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Plöner Ratsversammlung. „Diese Insel ist Teil unserer Geschichte und gleichzeitig ein wertvoller Naturraum. Wir dürfen nicht erst reagieren, wenn die Schäden bereits unumkehrbar sind. Deshalb brauchen wir ein Monitoring aller Inseln und die Möglichkeit, bei neuen Ansiedlungen frühzeitig und gezielt zu handeln.“
Nach Schätzungen ortskundiger Beobachter ist die Zahl der Kormorane am Großen Plöner See in den vergangenen Jahren stark gewachsen und liegt inzwischen bei etwa 1.500 bis 2.000 Tieren. Die Initiatoren befürchten, dass sich größere Brutkolonien zunehmend von einer Insel auf die nächste verlagern könnten.
Darüber hinaus sollen bereits geschädigte Inseln nicht aufgegeben werden. Gefordert wird eine fachliche Prüfung, ob übermäßige Kot- und Nährstoffablagerungen entfernt, die Bodenverhältnisse verbessert und geschädigte Bereiche wieder aufgeforstet werden können.
Mit der Petition beim Schleswig-Holsteinischen Landtag soll nun auch die Öffentlichkeit einbezogen werden. Je mehr Menschen mitzeichnen, desto deutlicher soll werden, dass der Erhalt der Inselwelt des Großen Plöner Sees für viele Menschen in Plön und der Region von großer Bedeutung ist.
Die Petition sowie der vollständige Offene Brief sind unter
zu finden.
Jagusch, Koll und Melzer: „Sterin zeigt, was passiert, wenn wir zu spät handeln. Hankenburg zeigt, wie schnell es gehen kann. Bei der Olsborg und den anderen Inseln haben wir noch die Chance, rechtzeitig zu handeln.“